Steuertipps für Private

Steuertipps funktionieren nach bestimmten "Mustern". Meist geht es darum, durch eine geschickte Vorgehensweise während des Jahres steuerfreie Einkünfte zu wählen, die Steuerprogression zu brechen, Vorsorgeprivilegien zu beanspruchen, oder günstigere Tarife anderer Kantone oder anderer Steuerarten zur Anwendung zu bringen.

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen einzelne Steuertipps vorstellen. Sämtliche Tipps sind sorgfältig recherchiert. Es versteht sich aber von selbst, dass für die Richtigkeit keine Haftung übernommen werden kann. Bitte konsultieren Sie bei Unsicherheiten rechtzeitig die Steuerverwaltung Ihres Kantons oder nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Steuern spart man...

...indem Beiträge in die Säule 3a geleistet werden!

Grund: Beiträge in die Säule 3a können im vollen Umfang vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden (Art. 7 Abs. 1 BVV3). Bis zum Bezug der Kapitalleistungen im Vorsorgefall (Alter, Tod oder Invalidität) unterliegt das einbezahlte Kapital weder der Einkommens- noch der Vermögenssteuer. Erst die Auszahlung unterliegt einer separaten Jahressteuer zum günstigen Vorsorgetarif (Art. 11 Abs. 3 StHG).

...durch Einkauf in die Pensionskasse!

Grund: Einkäufe in die Pensionskasse können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden (Art. 81 BVG). Die Höhe des zulässigen Einkaufs ist von der individuellen Deckungslücke abhängig und kann bei der Pensionskasse erfragt werden. Der Höchstbetrag der Einkaufssumme reduziert sich um ein Guthaben in der Säule 3a, soweit es die aufgezinste Summe der zulässigen jährlichen Beiträge ab vollendetem 24. Altersjahr übersteigt. Hat eine versicherte Person Freizügigkeitsguthaben, reduziert sich der Höchstbetrag der Einkaufssumme zusätzlich um diesen Betrag (Art. 60a BVV2).

Wichtig: Wurden Einkäufe getätigt, so dürfen die daraus resultierenden Leistungen innerhalb der nächsten drei Jahre nicht in Kapitalform aus der Vorsorge zurückgezogen werden (Art. 79b Abs. 3 BVG). Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 12. März 2010 sogar festgehalten, dass innert drei Jahren nach einem Einkauf überhaupt keine Kapitalleistungen fliessen dürfen. Andernfalls müssten die in Abzug gebrachten Einkäufe steuerlich wieder aufgerechnet werden (vgl. BGE 2C_658/2009).

...indem Schwiegersöhne oder Schwiegertöchter nicht (direkt) beschenkt werden!

Schenkungen an Schwiegersöhne und Schwiegertöchter gelten als Schenkungen an Nichtverwandte. Sie unterliegen deshalb in den meisten Kantonen hohen Schenkungssteuern.

Diese hohen Schenkungssteuern lassen sich vermeiden, indem in einem ersten Schritt zum Beispiel nicht der Schwiegersohn, sondern die Tochter beschenkt wird. Die Tochter kann anschliessend in einem zweiten Schritt ihren Ehemann beschenken. Zivilrechtlich liegen dann zwei Schenkungen vor, die steuerlich privilegiert sind: Denn Schenkungen an Ehegatten und Kinder sind steuerfrei oder unterliegen einem günstigen Tarif.

Wichtig: Liegen die beiden Schenkungen zeitlich sehr nahe beieinander, könnte die kantonale Steuerverwaltung eine Steuerumgehung annehmen. Im Zweifelsfall lohnt sich eine vorgängige Anfrage. 

...indem Vermögen in eine rückkaufsfähige Kapitalversicherung investiert wird!

Grund: Erträge auf dem eigenen Vermögen sind normalerweise steuerbar (Art. 20 Abs. 1 DBG und Art. 7 Abs. 1 StHG). Weil aber die Selbstvorsorge steuerlich gefördert werden soll, sind Erträge aus rückkaufsfähigen Kapitalversicherungen steuerfrei (Art. 24 Bst. b DBG und Art. 7 Abs. 4 Bst. d StHG).

Dabei können Kapitalversicherungen nicht nur mit jährlichen Prämien finanziert werden. Sie können auch mit einer einmaligen Investition "gekauft" werden. Erträge aus "gekauften" Kapitalversicherungen (sog. Einmalprämienversicherungen) sind ebenfalls steuerfrei. Im Erlebensfall und bei Rückkauf ist die Steuerfreiheit gegeben, wenn die Auszahlung nach dem 60 Altersjahr aufgrund eines mindestens fünfjährigen Vertrages erfolgt, der vor dem 66. Alterjahr abgeschlossen wurde (Art. 20 Abs. 1 Bst. a DBG und Art. 7 Abs. 1 ter StHG). Die Einzelheiten sind im Kreisschreiben Nr. 24 1995/96 der ESTV festgehalten.

...indem der nicht dringende Liegenschaftsunterhalt aufgespart wird!

Grund: in den meisten Kantonen kann jedes Jahr zwischen dem Abzug für die tatsächlichen Unterhaltskosten und dem Abzug einer Pauschale gewählt werden (vgl. Steuermäppchen 2010, Einkommens- und Vermögenssteuer, Abzug für Unterhaltskosten der ESTV). Solange die tatsächlichen Unterhaltskosten nicht grösser sind als der zulässige Pauschalabzug lohnt sich die Geltendmachung der tatsächlichen Kosten nicht.

Damit die tatsächlichen Liegenschaftskosten nicht "wirkungslos" verpuffen, können nicht dringende Arbeiten aufgespart oder vorgezogen werden, so dass sie im gleichen Jahr anfallen. Entscheidend ist je nach Kanton das Rechnungsdatum oder das Zahlungsdatum. So kann zumindest alle paar Jahre der höhere Abzug für die tatsächlichen Unterhaltskosten geltend gemacht werden. Immer zu beachten: Steuerlich abziehbar sind nur die eigentlichen Unterhaltskosten (Renovationen, Reparaturen). Wertvermehrende Anlagekosten (Ausbau Dachstock, Anbau eines Wintergartens etc.) sind nicht abziehbar.

...indem die Hypothek indirekt amortisiert wird!

Bis zur Pensionierung sollte die Hypothek auf dem Wohneigentum in der Regel bis auf 65 Prozent des Kaufpreises reduziert werden. Bei der klassischen Amortisation wird die Hypothekarschuld deshalb Jahr für Jahr entsprechend reduziert. Nachteile: Die steuerlichen Abzüge für Schulden und Schuldzinsen vermindern sich. Die Amortisation der Hypothekarschuld ist steuerlich nicht abziehbar.

Bei der indirekten Amortisation bleibt die Hypothek bis zur Pensionierung unverändert. Die "Amortisationszahlungen" erfolgen nämlich vorerst auf ein Konto der Säule 3a, wobei das Guthaben als Sicherheit für die Bank dient. Vorteile: Die Höhe der steuerlich abziehbaren Schulden und Schuldzinsen bleibt unverändert. Und: Anders als bei der klassischen Amortisation der Hypothek sind die Einzahlungen in die Säule 3a vollumfänglich steuerlich abziehbar.

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